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Münsterkonzert mit Liszt und Rheinberger

Im diesjährigen adventlichen Münsterkonzert von Domchor und Domkapelle am 2. Adventssonntag erklangen im Freiburger Münster zwei groß besetzte Werke der deutschen Romantik.
Franz Liszt komponierte den 13. Psalm („Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen?“) für Solotenor, Chor und Orchester; die Uraufführung 1855 in Berlin brachte mit Les Préludes, Tasso und dem 1. Klavierkonzert Es-Dur weitere Werke von Liszt, die jedoch wesentlich populärer wurden als sein 13. Psalm. Dennoch ist diese Psalmvertonung eines der „großartigsten und zugleich berührendsten Chorstücke Liszts“ (J. Guillou). Die anspruchsvolle Solotenorpartie verlangt einen dramatischen Tenor im Wagnerfach, der zugleich die lyrischen Passagen darstellen kann. Die Chorpartie besticht durch geschickte Teilungen und große emotionale Bandbreite.

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Während Franz Liszt als „Vorkämpfer“ der modernen „neudeutschen“ Schule in der deutschen Romantik gilt, deren Gipfel in Richard Wagner zu sehen ist, vertritt Joseph Rheinberger eher den konservativen Flügel. Sein weihnachtliches Oratorium „Der Stern von Bethlehem“, komponiert auf den Text seiner Frau Franziska von Hoffnaaß, vermittelt Stimmung und Wärme einer alpenländischen Weihnacht und rührt den Hörer mit ungekünstelter, im besten Sinne kindlich empfundener Darstellung des Weihnachtsgeheimnisses. Eine Aufführung seines „Stern“ hat Rheinberger nie erlebt, da das Werk für ihn emotional zu sehr mit dem Tod seiner Frau in Verbindung stand.

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Unter der Leitung von Boris Böhmann sangen und spielten im gut besuchten Münster der Freiburger Domchor, die Freiburger Domkapelle und das Philharmonische Orchester Freiburg. Als Solisten wirkten Maraile Lichdi (Sopran), Clemens Bieber (Tenor) und Wolfgang Newerla (Bariton). (Fotos: Jonas Möller)

 Siehe auch Beitrag der Badischen Zeitung vom 11.12.19.

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