Freiburger Domkapelle im Piemont – Erstes Konzert von Domkapellmeister Andreas Mölder

19.05.2026 |

Seit Jahren schon besteht die Tradition, dass die Freiburger Domkapelle am verlängerten Wochenende nach Christi Himmelfahrt eine kleine Konzertreise unternimmt. Dieses Jahr ging es nach dem musikalisch gestalteten Kapitelsamt, von Domkapitular Michael Hauser mit dem Reisesegen versehen, per Bahn ins oberitalienische Mergozzo im Piemont. 

Dort gab der Kammerchor der Freiburger Dommusik am Freitagabend (15. Mai 2026) ein geistliches Konzert. In der wie das Freiburger Münster der Gottesmutter geweihten Pfarrkirche Santa Maria Assunta bot der Chor dem begeisterten Publikum ein anspruchsvolles A-cappella-Programm dar.
 
Unter der Überschrift „Dalla croce alla resurezzione“ (Vom Kreuz zur Auferstehung) umspannte das Programm inhaltlich den Festkreis von Gründonnerstag bis Pfingsten. Vier- bis sechsstimmige Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Andrea Gabrieli, Heinrich Schütz, Quirino Gasparini, Carl Loewe, Anton Bruckner, Josef Gabriel Rheinberger, Johann Baptist Hilber, Maurice Duruflé und Ola Gjeilo, ergänzt um gregorianischen Choral und Taizé-Gesänge, gaben einen abwechslungsreichen Einblick in den reichen Schatz der Kirchenmusik von den Anfängen bis zum 21. Jahrhundert und zeigten das vielseitige Können der 20 Sängerinnen und Sänger.
 
Auch die Vorabendmesse am Samstagabend, in der die Pfarrei Mergozzo das Fest Christi Himmelfahrt nachfeierte, bereicherte die Freiburger Domkapelle mit festlicher Musik. Neben einigen Werken aus dem Konzertprogramm erklangen das „Gloria“ aus der Messe in D-Dur op. 86 von Antonin Dvořák, „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ und „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und das „Heilig“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert in italienischer Übersetzung.
 
Für Andreas Mölder war das Konzert in Mergozzo das erste in seinem neuen Amt als Domkapellmeister. Zugleich war es gewissermaßen der Startschuss zum über die Mitwirkung bei Gottesdiensten hinausreichenden Teil seiner Aufgaben und zu einer hoffentlich langfristigen und ertragreichen Tätigkeit an der Kathedrale des Erzbistums Freiburg. Für Bezirkskantorin Karin Karle hingegen, die 15 Monate lang die Domkapelle interimistisch geleitet hatte, war die Reise, an der sie als Sängerin und Organistin teilnahm, ein schöner und stimmungsvoller Abschied von dem Chor, dem sie in gegenseitiger Wertschätzung verbunden war und weiterhin bleiben wird.
 
Musikalisch wie zwischenmenschlich stimmte alles, Konzertpublikum und Gottesdienstbesucher in Mergozzo waren voll des Lobes – kurz, die Reise war ein vielversprechender Auftakt zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit des Chors mit seinem neuen Leiter und machte Lust auf weitere internationale musikalische Kontakte.
 
Christoph Schmider