Presse

 

Ostersonntag im Freiburger Münster: Neustart für Domchöre
20.04.2025 
von Elisabeth Marx
SWR Aktuell
 
 

 
Freiburger Münsterkonzerte: Mädchenkantorei am Freiburger Münster. Martina van Lengerich. 2 CDs Motette LC 95666.
Die erste CD bringt ein sehr bekanntes Stück in ungewohnten Bearbeitungen. Kein Geringerer als Johann Sebastian Bach richtete Pergolesis Stabat mater für seine Praxis ein. Er ersetzte den marianischen Text durch Worte aus Psalm 51 und fügte noch weitere Instrumentalstimmen dazu. Bach war wohl wirklich außerstande, Musik nur abzuschreiben, sondern er veränderte und verbesserte permanent, seien es eigene Werke oder fremde Kompositionen. Die zweite Überraschung besteht darin, dass nicht die gewohnten Streicher die Sänger begleiten, sondern das sehr geschmackvoll spielende Raschér Saxophone Quartet. Kompositionen von Mozart, Mendelssohn, Bartolucci und Kim André Arnesen ergänzen das Programm, das die preisgekrönte Mädchenkantorei von der besten Seite zeigt.
Vor eine große Herausforderung hat Münsterkantorin Martina van Lengerich sich und ihren Chor mit den „Trois petites Liturgies de la Présence divine“ von Olivier Messiaen gestellt. Messiaen selbst hatte die Vorstellung, dass dieses Werk von einem Kinderchor gesungen werden sollte. Die Interpreten werden der Musik sehr gerecht, und ich freue mich, dass an der Freiburger Kathedrale auch die Neue Musik einen wichtigen Stellenwert hat. Großes Kompliment an Martina van Lengerich und ihre Sängerinnen und Musiker!
 
  Michael Meuser
Kirchenmusikalische Mitteilungen, Heft 85, Mai 2021
 
 
 
Klingendes Chorporträt
CDs können auch Dokumente sein. Bei diesen beiden soeben beim Label Motette erschienenen Scheiben der Mädchenkantorei am Freiburger Münster ist das der Fall. Zu hören sind Live-Mitschnitte aus herbstlichen Münsterkonzerten der Jahre 2017 bis 2019, die eindrucksvoll das Niveau des von Domkantorin Martina van Lengerich geleiteten Chores belegen. Höhepunkt ist die als reife Leistung dargebotene Interpretation der „Trois petites Liturgies de la Présence Divine“ Olivier Messiaens. Sehr schön, wie über weite Distanzen die Spannung gehalten wird. Wie souverän der höhensichere Chor in Sachen Meditation und Lebendigkeit agiert - in der für den großen Franzosen typischen Tonsprache. Aber auch „Tilge, Höchster, meine Sünden“ BWV 1083 nimmt für sich ein - als Doppelbearbeitung: Johann Sebastian Bach hatte sich bei Pergolesis „Stabat Mater“ bedient, Kenneth Coon schuf das Arrangement für Saxophon-Ensemble. Das Raschèr Saxophone Quartet und die Mädchenkantorei ergänzen sich bestens. Preziosen von Mozart bis heute runden gelungenen Reigen ab. Ein klingendes Chorporträt.
 
Johannes Adam
Badische Zeitung, Kultur/Medien, Dienstag, 8. Dezember 2020